KUNST UND KULTUR
Wenn ein Einwohner von Forlì seine Stadt zeigen will, führt er Sie zuerst vor die Basilika San Mercuriale an der Piazza Saffi. Dieser dem ersten christlichen Bischof von Forlì geweihte Sakralbau im romanischem Stil wurde im 2. Jh. auf den Ruinen der frühchristlichen Kirche Santo Stefano errichtet. Das Kirchentor ist mit einer wunderschönen, auf das erste Jahrzehnt des 13.Jh.s zurückgehenden Lünette aus Rosamarmor verziert. Im Innern erwartet den Besucher nichts Geringeres: hervorzuheben sind dabei das Grabdenkmal (1467-68) von Barbara Manfredi, der ersten Frau des ehem. Stadtherrn Pino III. Ordelafi, die Bilder des aus Forlì stammenden Malers Marco Palmezzano (geb. Mitte des 15.Jh.s und verstorben 1539), die Ferri-Kapelle (1515) und die Kapelle Mercuriali bzw. San Mercuriale aus dem späten 16. Jh.
Seitlich der Kirche erhebt sich der Glockenturm, das Wahrzeichen der Stadt. Der Turm mit einem viereckigen Grundriss ist im reinen Stil der Romanik. Stolz und elegant ragt er mit seinen 72 Metern zum Himmel empor. Die weite und harmonische Piazza Saffi bildet das Herz der Stadt. Dort trifft man sich zur Verabredung, macht einen sonntäglichen Spaziergang und geht in die eleganten Lokale aus.
Die Piazza Saffi ist von schönen und geschichtsträchtigen Gebäuden umsäumt: dem Palazzo Comunale (Gemeindesitz), dem Palazzo del Podestà und der Palazzo di Alberini (Hälfte des 15. und Mitte des 16. Jh.s), dem ehem. Sitz der Bank "Credito Romagnolo" sowie dem Postgebäude (1931-32).
Ganz in der Nähe steht das neu restaurierte Diego-Fabri-Theater, in dem neben dem Theater "Piccolo" und dem Giovanni-Testori-Theater Aufführungen von nationalem Rang stattfinden.
Von der Rolle Forlìs als Kunststadt zeugt die wertvolle Städtische Pinakothek (Pinacoteca Comunale), in der die Besucher zwei kleine Tafelbilder des Beato Angelico sowie Werke zwei berühmter Künstlergrößen, Guercino und Antonio Canova, finden.
Was soll man dann zu der Stadtbibliothek "Aurelio Saffi" sagen, die dank der Schenkung von Carlo Piancastelli noch zusätzlich bereichert wurde? Sie umfasst 53 tausend Bänder, 173 tausend Dokumente über die Romagna und 50 tausend Dokumente über den Risorgimento (italienische Einheitsbewegung des 19. Jh.s) in der Romagna, acht tausend Autografen sowie zahlreiche Drücke, Zeichnungen, Keramiken, eine bedeutende Gemäldegalerie und eine wertvolle Münzensammlung.
Interessant sind auch die Besichtigungsziele, die in den Bereich der Architektur und des Städtebaus aus der faschistischen Epoche der Zwanziger und Dreiziger Jahre fallen. Die Romantiker können dagegen in der Via Gaddi mit antikem Kopfsteinpflaster und charakteristischen Straßenlampen aus Eisen in die Atmosphäre des 19. Jh.s eintauchen.
INFOS
IAT - Touristeninformation in ForlìTel. +39 0543 712 435
www.turismoforlivese.it
Städtische Pinakothek
Tel. +39 0543 712 606 -09
www.comune.forli.fo.it/cultura/sdmuseo.asp
Diego-Fabbri-Theater
Tel. +39 0543 712 164
www.comune.forli.fo.it/cultura/fabbri.asp
Geheimtipp
DIE FEUERMADONNA AUS FORLì
Ein Wunder geschah in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar des Jahres 1428. Ein Haus wurde in einem Brand völlig zerstört, doch auf unerklärliche Weise hatte man einen Holzschnitt der Heiligenmutter mit Jesuskind in einem unversehrten Zustand gefunden. Heute wird am 4. Februar zu Ehre der „Feuermadonna“, die im Dom von Forlì bewahrt wird, das Fest Madonna del Fuoco mit einer bunten Kirmes in der Altstadt gefeiert.

















